Samstag, 3. Juni 2017

#TaniasDaysofAuthors Interview mit Jan Corvin Schneyder

#TaniasDaysofAuthors Jan Corvin Schneyder

Heute darf ich zur Abwechslung wieder einmal einen Autor vorstellen. Sein Name ist Jan Corvin Schneyder! Ein paar von euch kennen vielleicht eines seiner veröffentlichten Bücher: „Halblicht“, „Silberseelen“, „Sphärenherz“, „Team Dragobot – Voll die Legende!“ und „Die letzten Farben: Wissen, Fühlen und Denken auf Basis der emotionalen Kernsphären des menschlichen Seins“.


Hallo Jan! Danke nochmals, dass ich dich heute interviewen darf! Stell dich doch kurz vor und erzähl uns ein bisschen was über dich! 

Hallo Tania. Ich danke für die Interview-Anfrage. So engagierten Bloggern wie Dir steht man gerne „zur Verfügung“.
Tja, vorstellen. Den Namen hast Du bereits erwähnt. Ich bin Baujahr 1982, also in dieser Altersgruppe, die sich je nach Bedarf als jung oder alt definiert, je nachdem was dem aktuellen Anlass mehr nützt. Mir ist das ziemlich wurscht. Bin halt da.
J Ich komme vom Niederrhein, wohne heute ein Stück weiter südlich, aber immer noch am gleichen Fluss. Allzu viele private Details gebe ich normalerweise nicht raus, aber ich habe Familie, wie man so sagt. Das muss genügen. Was Ausbildung und Beruf angeht – bin nicht hauptberuflich Autor und Lektor – komme ich aus der Geschichtswissenschaft und Politologie, arbeite im Bereich der Forschungsförderung. Auch da habe ich viel mit Texten zu tun, und nicht wenige der beruflichen Projekte bieten spannende Inspirationen für das eine oder andere Detail im einen oder anderen Buch. Das bringen auch die gelegentlichen Reisen in andere Kontinente so mit sich. Was andere Hobbys bzw. Sphären angeht, pendle ich ganz entspannt zwischen (so genannter) Hochkultur und dem, was ich „normales Leben“ nenne – mit Tendenz zu normal. Ich fühle mich im Museum also ähnlich wohl wie im Fußballstadion – mit Tendenz zum Stadion. ;) Im Allgemeinen bin ich sehr naturverbunden. Etwas Atmendes ist kalter Technik ausdrücklich vorzuziehen. Vom Typ her eher - positiv ausgedrückt –„temperamentvoll“, aber ich arbeite dran. Ruhig, ruhig… ;)

Wie hast du denn zu Schreiben begonnen bzw. wann hast du deine ersten Versuche als Autor gemacht?
In der Tat ist der Anfang der Schreiberei geradezu kitschig gewesen. Es begann auf einer alten Schreibmaschine. Nach dem Familienurlaub hatte ich das Bedürfnis, noch ein paar zusätzliche Abenteuer zu den tatsächlichen Urlaubserlebnissen dazu zu erfinden. Ich konnte schreiben, also war ich etwa 6 Jahre alt. Als Kind und Jugendlicher habe ich dann vor allem viel Tagebuch geschrieben, aber auch immer mal wieder Geschichten. Früher gab´s keine kurzen Wege zu Veröffentlichungen. Da habe ich eigentlich nie dran gedacht. Ich habe für mich geschrieben und war glücklich damit. So mit 15, 16 ging´s dann in Richtung der ersten Romane. Unveröffentlicht. Es wurden dann so ab 19, 20 immer mehr Ideen, immer mehr Genres, und auch der Stil wurde etwas besser. So vor zehn Jahren habe ich dann angefangen zu veröffentlichen. Die ersten Publikationen waren dann aber nach einiger Zeit nicht mehr so nach meinem Geschmack, deswegen habe ich sie verschwinden lassen ;). Professionell läuft das Ganze jetzt seit 2014. Und, naja, wenn man einmal den Dreh raus hat… Es ist unwahrscheinlich, dass ich je wieder aufhöre. Ich muss aber auch sagen, dass jeder frühere Versuch sehr wertvoll war. Gut, dass ich nicht zu früh zu viel publiziert habe. Einen richtig guten Stil hatte ich mit 20 einfach noch nicht.

Gibt es etwas oder jemanden das/der dich beim Schreiben besonders inspiriert oder motiviert?
Ehrlich gesagt: Nein. Natürlich ist jede reale Bekanntschaft, jede Neuigkeit, jedes Gespräch, jede eigene Lebenserfahrung hilfreich und erweitert das Spektrum, aber es gibt kein Wesen oder einen besonderen Gegenstand, der mich vorwiegend motiviert und inspiriert. Die Geschichten sind schon da. Ich muss sie nur noch aufschreiben.

Hast du einen Ort an dem du besonders gerne schreibst?
In der Bahn. Ich fahre relativ viel Bahn und höre weder was die anderen reden noch sonst irgendwelche Geräusche, wenn ich schreibe. Und es ist ja meist auch besser so, dass man die Gespräche nicht so genau mitbekommt. ;)

Gab es ein einschneidendes Erlebnis das dich als Autor geprägt hat?
Hm, eigentlich nicht. Ich präge lieber selbst, wenn möglich. J Aber die erste Verlagspublikation im Briefkasten zu haben, vergisst sicher kein Autor.

Dein erstes Buch „Halblicht“ hast du ja 2014 im „Wiesengrund Verlag“ veröffentlicht. Wie war es für dich als Autor deine Geschichte in die große, weite Welt zu entlassen?
 „Halblicht“ geht eine lange Entstehungsgeschichte voraus. Es gibt dazu Schubladen voller Skizzen, Entwürfe, Karten, Zettel, etc. Die ersten davon datieren etwa auf das Jahr 2002. Auch war die Geschichte selbst bereits Jahre vorher in einer deutlich längeren Rohfassung zu Papier gebracht. Das Ganze zu schleifen und in eine wirkliche Publikationsform zu bringen, war etwas ganz Besonderes für mich. Das war der Wandel vom Geschichtenschreiber zum Autor. Wenn man das dann einmal gelernt hat, hat man´s drauf. Der Wiesengrund Verlag war ein starker, extrem engagierter Partner bei diesem Projekt. „Halblicht“, als Auftakt einer Trilogie, wird für mich immer eines meiner wichtigsten Bücher bleiben. In dieser Trilogie steckt einfach auch sehr viel persönliche Autoren-Geschichte.

Bleiben wir doch gleich noch ein bisschen bei Halblicht, bzw. bei deiner Seelenprisma Trilogie. Wie bist du auf die grundlegende Idee zu dieser Geschichte gekommen? 
Tja, es handelt sich dabei um Fantasy. Ich komme aber gar nicht aus diesem Genre, war nie Rollenspieler o.ä. Der Vorteil an Fantasy ist: Man kann so gut wie jedes andere Genre darin integrieren. Romance, Action, Historisches, Horror, Thriller, etc. Man ist also sehr, sehr frei, das Beste aus sich herauszuholen. Außerdem störte und stört mich am Fantasy-Genre ein wenig, dass es teilweise als Märchen-Kitsch für Jugendliche verschrien ist. Da haben manche Romane mit ihren Einhorn- und Drachencovern sicher auch hefig zu beigetragen. Für mich ist das eine ernsthafte Literaturgattung für Erwachsene (für Jugendliche natürlich auch, keine Frage), die mehr Aufmerksamkeit verdient. Warum und wie ich drauf gekommen bin? Ich weiß nicht so recht. Sagen wir mal: Externe Einflüsse. ;) Da sind mehrere grundlegende Ideen drin. Hier muss ich wirklich mal werbewirksam sagen: Die Trilogie muss man wahrscheinlich komplett lesen, um einige der Ansätze für sich selbst wirklich zu Ende zu verfolgen. Fragen, die sich durchziehen, sind aber sicher: Was ist die „richtige Seite“? Was ist gut, was ist böse? Wie unterstützt man das eine ohne das andere zu werden? Was hat Priorität im Leben? Das sind alles keine Fantasy-Topics in dem Sinne. Alles allgemeingültig.

Ohne jetzt unhöflich sein zu wollen, aber dein letzter Titel „Die letzten Farben: Wissen, Fühlen und Denken auf Basis der emotionalen Kernsphäre des menschlichen Seins“ weicht ja vom „Genre“ her ziemlich von deinen anderen Büchern ab. Wie bist du denn auf die Idee gekommen so ein Buch zu veröffentlichen und nicht wie sonst im Bereich „Fantasy/Science Fiction“ zu bleiben?
 Ein Titel wie ein Unfall, hm? J Naja, „Team Dragobot“ ist ein Kinderbuch, also auch schon weder Fantasy noch Sci-Fi. Da bin ich nicht so festgelegt. „Die letzten Farben“ ist kein Roman, sondern ein Sachbuch. Ich habe, abseits der Fiktion, der Welt noch das eine oder andere mehr mitzuteilen, sagen wir es mal so. Ich bin eben auch ein politisch, philosophisch, historisch und manchmal auch spirituell tickender Mensch. Ich beobachte die Veränderungen in der Gesellschaft, in der Welt, und ich sehe, was andere darüber schreiben. Vieles davon hat mir überhaupt nicht gefallen. Also warum nicht selbst einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Menschen auf andere Gedanken – und möglichst weit weg vom Hass – zu bringen? Es ist kein belehrendes Buch, eher eines zum Nachdenken. Ich denke, jeder wird das eine oder andere daraus mitnehmen. 

Gibt es noch andere Sachbücher die du veröffentlicht hast oder zu denen du beigetragen hast?
Naja, Bücher nicht direkt. Im Studium habe ich reichlich wissenschaftliche Arbeiten verfasst, aber dieser Sache gehe ich nicht weiter nach. Da gibt es wirklich Bessere als mich. Beruflich trage ich auch ab und an zu kleineren Publikationen einen Teil bei, aber sonst liegt der Fokus schon auf Unterhaltungsliteratur. Das heißt aber nicht, dass „Die letzten Farben“ das letzte Sachbuch war. ;)

Gibt es aktuelle „Buchprojekte“ an denen du gerade arbeitest? 
Ja, zwei. Ein Science-Fiction-Roman („Pendra – Das Herz voll Finsternis“) und ein Historisch-Phantastischer Roman („Ein dunkles Land“). Liegen zeitlich etwa tausend Jahre auseinander. Perspektivisch, stilistisch und inhaltlich noch weiter. ;)

Wenn du die Idee zu einer neuen Geschichte hast, schreibst du dann einfach darauf los oder planst du die Charaktere und den Verlauf der Geschichte zuerst?
Ganz ohne Plan geht es nicht, aber im Grunde bin ich mehr der Drauf-Los-Schreiber. Die Struktur kommt während des Schreibens und auch nachher bei den diversen Überarbeitungs-Phasen stärker zum Vorschein als am Anfang. Natürlich weiß ich meist am Anfang, wie es in etwa ausgeht, aber ich lasse mich auch gern von meinen Fingern überraschen. Das kennen viele Autoren. Manchmal stirbt einem im Affekt ein Charakter weg, der ursprünglich hätte überleben sollen. Die Momente, in denen die Geschichte Eigendynamik entwickelt, sind die schönsten.

Was ist für dich als Autor das größte Kompliment von Lesern?
Dass sie das Buch bis zum Ende gelesen haben. Kein Scherz. Die Welt ist so schnell geworden, alles gibt sich hektisch, niemand hat mehr Zeit. Wenn sich ein Mensch die Zeit nimmt, eines meiner Bücher durchzulesen, und es interessant genug war, ihn bis zum Ende zu fesseln, dann bin ich dankbar und fühle mich geehrt. Rückmeldung wie „es war wahnsinnig spannend“ sind aber natürlich auch nicht zu verachten. ;)

Du hast eine sehr aktuelle Facebook Seite und auf ebendieser habe ich den tollen Buchtrailer zu deiner Seelenprisma Trilogie gefunden. Bist du im Allgemeinen Fan von solchen Dingen (Blogtouren, Buchtrailern, etc.)?  
Ich habe eine, wie soll ich sagen, „private“ Seite, dann eine Autorenseite, dazu aktuell drei Projektseiten (Seelenprisma, Pendra, Dragobot). Facebook ist für mich kein Fetisch, aber ich finde es schön, unterschiedliche Inhalte auf unterschiedlichen Ebenen präsentieren zu können. Der eine oder andere liest ja auch mit. ;) Da biete ich sozusagen kostenlose Unterhaltung. Solange die Menschen sich inspirieren lassen oder lachen, denken oder fühlen sie nichts Negatives. Das ist doch eine schöne Sache. Ich befülle auch nicht alle Seiten allein. Ein kleines Team hilft im Hintergrund mit. Trailer sind aufwendig, aber ich mag Trailer. In letzter Zeit sind wieder einige erschienen. Ich denke, die können sich sehen lassen. Blogtouren usw. stehe ich eigentlich eher desorientiert gegenüber. Da muss mich vielleicht mal jemand an die Hand nehmen. 

Gibt es ein lustiges Erlebnis, dass dir als Autor besonders im Kopf geblieben ist?
Lektorieren kann unheimlich lustig sein, wenn die Chemie zwischen Autor und Lektor stimmt. Ich arbeite da auch gern mit Gags und Smileys, damit die Kritik nicht zu sehr schmerzt. 

Du bist ja mit mehreren Facebook Seiten unterwegs, willst du uns alle einmal auflisten bzw. bist du auch in anderen sozialen Medien aktiv?
 Ernsthaft? Werbung? 

Autorenseite: https://www.facebook.com/jan.corvin.schneyder/
Seelenprisma: https://www.facebook.com/seelenprisma/
Pendra: https://www.facebook.com/pendradasherzvollfinsternis/
Dragobot: https://www.facebook.com/teamdragobot/
Author Central:
https://www.amazon.de/-/e/B01NBYFAGR
YouTube: https://www.youtube.com/user/Myrcius

Soweit die wichtigsten derzeit.

Findest du, dass es als Autor wichtig ist, in sozialen Medien vertreten und aktiv zu sein? Hat es deiner Meinung nach Einfluss auf den Erfolg eines Romans? 
      Mag man mir nicht abnehmen, aber Erfolg ist mir nicht so wichtig bzw. für mich nicht in Zahlen messbar. Ich habe für mich entschieden, dass ich in den Social Media aktiv sein will. Dort gibt es reihenweise tolle Menschen, dort kann man Inhalte vermitteln, dort kann man aktuell sein und bleiben. Sicher ist es auch ein Filter, der die Realität verzerrt. Unliebsames wird entfernt und blockiert. Die Social Media sind kein Realität. Einige der Facebook-Freunde, die man so hat, sind allerdings mit den Jahren wirklich so etwas wie Freunde geworden. Ist ja auch nicht unmöglich, sich mal real zu treffen oder anders zu kommunizieren. Ich halte solche Netzwerke für Chance und Gefahr zugleich. Man sollte den Großteil seines Lebens schon andernorts verbringen, aber es ist ein nettes Spielzeug, ein kreatives Tool.

So und zum Abschluss noch eine offene Frage: Gibt es irgendetwas was du mir und den Lesern noch erzählen oder mitteilen möchtest?
Erst einmal vielen Dank für das Interview. Ich bin sehr froh, dass es keine Fragen zu Lieblingsfarbe, -essen,-band, -tier etc. gab. Manche Interviews sind leider so ein bisschen aus der BRAVO gekippt (falls es die noch gibt). Das hier war sehr schön. Man darf den Wert seriös und liebevoll geführter Blogs nicht unterschätzen. Hunderte oder tausende Menschen lesen mit und lernen, wie man auf gutem Niveau miteinander umgeht und Spaß hat. Das ist ja nun nicht überall auf der Straße oder in den Social Media Standard. Also: Kompliment!
Und was ich noch mitzuteilen habe, ist kein Kauf-Aufruf für meine Bücher. Das ist eine private Entscheidung, die soll jeder heimlich treffen. Ich würde mich aber freuen, wenn Ihr mal die eine oder andere meiner Seiten besuchen und mit mir und den anderen dort ins Gespräch kommen würdet oder mitlacht. Worüber auch immer. Kreative, positive Geister sind herzlich willkommen, einfach auch als Gegengewicht zu all den Hass- und Wutbürgern, die sich überall austoben. Das geht auch anders. Denkt dran: Die sind nicht zahlreicher, klüger oder mächtiger – nur lauter. Das reicht nicht zum Gewinnen. ;) Und wenn jemand Fragen an mich hat, die über dieses Interview hinausgehen: Einfach anschreiben. ;)
Seid lieb zueinander! Und Dir nochmals vielen Dank, Tania!


Ich sag danke für deine tollen Antworten :) 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen